bis 21. Mai 2006
40jahrevideokunst.de Teil 1 - Die 60er Jahre
Wechselausstellungsräume
Dieses nationale Projekt wagt einen Kanon: Kunsthalle Bremen, ZKM in Karlsruhe, K21 in Düsseldorf, Städtisches Kunstmuseum Leipzig und Städtische Galerie im Lenbachhaus München zeigen die wichtigsten Videobänder seit 1963. Zusätzlich stellt die Kunsthalle mit Videoskulpturen u.a. von Beuys, Vostell, Gerstner und Paik die Anfänge der Videokunst vor.
www.40jahrevideokunst.de
Nam June Paik, Video-Synthesizer, 1969/92
Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen
Zeitgleich in fünf Museen: 40 Jahre Videokunst in Deutschland
59 historische und aktuelle Videobänder, 27 Stunden Gesamtdauer, zeitgleich in fünf Museen: 40jahrevideokunst.de - Teil 1 ist ein in Deutschland bislang einmaliges Ausstellungsprojekt.
40jahrevideokunst.de - Teil1, ein Initiativprojekt der Kulturstiftung des Bundes, zielt auf die Klärung grundsätzlicher Fragen der Archivierung und Präsentation von Videokunst und widmet sich damit einem zentralen, aber bislang vernachlässigten Kapitel der jüngeren Kunstgeschichte. Neben Bestandssicherung und Restaurierung des historischen Materials ist die Verbreitung und Veröffentlichung von Videokunst ein weiteres wichtiges Anliegen des Projekts. Eine erste Übersicht über Vielfalt und Qualität von Videokunst in Deutschland von 1963 bis heute gibt die exemplarische Auswahl von 59 Einkanal-Videoarbeiten, die als DVD-Studienedition im März 2006 erscheint und in der Ausstellung in allen fünf Häusern individuell einsehbar ist.
Wolf Vostell, Still aus dem Videoband Sun in your head, 1963
Kunsthalle Bremen: Videokunst in den 60er Jahren
Im Rahmen dieses Gesamtprojektes zeigt die Kunsthalle Bremen die Anfänge der Videokunst in den 60er Jahren. Videoskulpturen und -environments machen diese erste experimentelle und schöpferische Phase der Medienkunst sichtbar. Zu sehen sind bedeutende Werkgruppen aus den ersten Ausstellungen, unter anderem Nam June Paiks „Exhibition of Music - Electronic Television“ und Wolf Vostells „De-collage“. Beide Künstler haben diese ersten Video-Environments aus dem Jahr 1963 für die Biennale in Lyon selbst rekonstruiert, in Bremen sind sie in der einzigen von den Künstlern autorisierten Fassung zu erleben. Joseph Beuys' „Filz TV“ von 1968 ist ebenso vertreten wie sechs restaurierte und erstmals komplett präsentierte Plexiglas-Objekte Karl Gerstners aus dem Jahr 1964. Zudem werden wichtige Dokumente zu den ersten Künstler-Produktionen für das Fernsehen gezeigt, darunter bedeutende Werke von Otto Piene, Aldo Tambellini und Gerry Schum. Mit Paiks „Video-Synthesizer“ von 1969, den die Kunsthalle Bremen seit 1995 zu ihrer Sammlung zählt, ist auch die „Gutenberg-Bibel des 20. Jahrhunderts“ in der Bremer Schau vertreten.
Es erscheint ein eigener Katalog. 
Karl Gerstner
AutoVision I und II, 1964
Karl Gerstner, Basel
Foto: Karen Blindow
Die Ausstellungen in den übrigen Häusern
K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen: Die 80er
Die Düsseldorfer Ausstellung im Rahmen des Projektes 40jahrevideokunst.de konzentriert sich auf unterschiedliche Positionen künstlerischer Videopraxis in den 1980er Jahren in Westdeutschland. Signifikant vollzieht sich in diesem Jahrzehnt die Entwicklung von der Monitorpräsentation zur Rauminstallation. Gezeigt werden ausgewählte Videoarbeiten von Abramovic/Ulay, Gerd Conradt/Hartmut Jahn, Dellbrügge & de Moll, Dieter Froese, Ingo Günther, Jean-François Guiton, Dieter Kiessling und Marcel Odenbach. Eine eigene Ausstellungssektion artikuliert das besondere Verhältnis von Videokunst und Fernsehen in den 1980er Jahren (mit Arbeiten von Kurt Raab/Hanno Baethe/Hans Hirschmüller, Klaus vom Bruch, Die Tödliche Doris, Michael Klier, Nam June Paik und Robert Wilson).
www.kunstsammlung.de
Lenbachhaus München: Update.06
Die Städtische Galerie im Lenbachhaus zeigt UPDATE 06 und präsentiert 6 Positionen zeitgenössischer Kunst, die sich mit dem Medium „Video“ und „Film“ auseinandersetzen.
Die Auswahl steht sowohl für die Vielfalt und Internationalität, als auch
für die große Bandbreite, mit der unterschiedliche filmische Techniken in der aktuellen Kunstproduktion genutzt werden. Gezeigt werden Arbeiten u.a. von Sunah Choi, Christian Jankowski, Karolin Meunier, René Pollesch, Markus Sixay, Sean Snyder.
www.lenbachhaus.de
Museum der Bildenden Künste Leipzig: »Revision.ddr«
Die Edition »40jahrevideokunst.de« konzentriert sich bei der Künstlerauswahl und dem historischen Kontext auf West-Deutschland. Jedoch gab es auch in der DDR eine umfangreiche künstlerische Medienarbeit. Gedreht wurde auf Schmalfilm. Inoffizielle Eigenproduktionen entstanden. Eine eigenständige Kunstsprache als Parallelphänomen zur Videokunst in der Bundesrepublik Deutschland entwickelte sich. Das Ausstellungsprojekt unternimmt eine Revision der turbulenten und kreativen 1980er Jahre in der Schmalfilmszene der DDR. Gezeigt werden Arbeiten u.a. von Lutz Dammbeck, Else Twin Gabriel, Jörg Herold, Via Lewandowsky, Yana Milev, Ulrich Polster. In begleitenden Veranstaltungen werden eine Auswahl von „Underground-Filmen“ gezeigt. Gespräche mit Künstlern und Zeitzeugen reflektieren die Arbeiten in ihrem Kontext.
www.mdbk.de
Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe: Revision.zkm
Die Ausstellung am ZKM präsentiert die gesamte Edition, ergänzt durch den Schwerpunkt auf Restaurierung und Konservierung sowie die technischen Hintergründe zur Bewahrung früher Videokunst. Der Fokus wird hierbei auf den 1960er und 70er Jahren liegen, da die Videobänder aus dieser Zeit besonders gefährdet sind. Aus den frühen 70er Jahren werden authentische Geräte gezeigt. Ebenso Restaurierungsbeispiele anhand von Arbeiten in ihrer ursprünglichen und in ihrer restaurierten, digitalisierten Form. Ausgestellt werden darüber hinaus Werke, die seit den 70er Jahren so nicht mehr zu sehen waren und im ZKM eine erstmalige Wiederaufführung erfahren.
www.zkm.de






