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15. Oktober 2006 - 21. Januar 2007
Kunsthalle Bremen: terra incognita
Topsy-Turvy Topography: Wolfgang Hainke
Die Sammlung /neu/ sehen


Die Kunsthalle Bremen bietet mit ihrer Sammlung einen einmaligen Überblick über die Geschichte der europäischen Kunst von der Renaissance bis in die Gegenwart. Viele dieser Kostbarkeiten sind in den Sammlungsräumen zu sehen, doch schlummern in der Kunsthalle auch viele Schätze, die dem Besucher normalerweise verborgen bleiben. Der Künstler Wolfgang Hainke wagt sich jetzt in das „unbekannte Land Kunsthalle" und macht mit einer ungewöhnlichen Präsentation die Sammlung zum besonderen Erlebnis.

  Der Künstlerkurator
Wolfgang Hainke
in der Sammlung der
Kunsthalle Bremen
Foto: Toma Babovic
 

Der Künstler Wolfgang Hainke wanderte durch die Sammlung der Kunsthalle Bremen und die laufenden Ausstellungen. Er schaute hinter die Kulissen, in die Magazine, Lager und Archive und brachte Unbekanntes ans Licht. Ganz bewusst bricht der Künstler mit den traditionellen Präsentationsformen der Sammlungsobjekte und zeigt somit dem Betrachter seinen ganz eigenen Blick auf die Wunderkammer Kunsthalle. Kunsthallen-Direktor Prof. Dr. Wulf Herzogenrath: "Wir haben Wolfgang Hainke bewusst freie Hand gelassen. Seine Eingriffe werden manchen Besucher irritieren, eröffnen jedoch ganz neue, spannende Sichtweisen."

Kunsthalle Bremen: terra incognita
Foto: Karen Blindow

Hainke steht mit seiner Arbeit in guter Tradition: Ursprünglich Kunst- und Wunderkammern, wurden Museen zunehmend zu Spezialmuseen mit limitierten Sammelgebieten. Künstler wie die Futuristen wollten diese sprengen, andere haben eigene Museums-Konzepte als temporäre Ausstellungen realisiert: Marcel Broodthaers seine Departement des Aigles eines fiktiven Museums seit 1972, Claes Oldenburg sein Mouse Museum auf der documenta 5 (1972) und Daniel Spoerri sein Museé Sentimental seit 1977. Künstler wie Peter Greenaway oder Bob Wilson wurden in das Boymanns Van Beuningen in Rotterdam eingeladen, um eine Ausstellung mit Werken aus der Sammlung zu inszenieren. Im Museum für Angewandte Kunst in Wien richteten unterschiedliche Künstler die Sammlung neu ein.

  Kunsthalle Bremen: terra incognita
Foto: Karen Blindow

Und auch die Kunsthalle Bremen wird auf den Kopf gestellt, eben topsy-turvy: Der Betrachter entdeckt Highlights der Skulpturensammlung hinter aufgerissenen Wänden. Im Galeriegeschoss errichtet Wolfgang Hainke in einem Raum ein Glashaus, in dem der Besucher eine Kunst-Ikone des 20. Jahrhunderts erleben kann. Selbst ausgewählte Kunstobjekte kann man auf einer Art Piazza erwerben.
Die ungewöhnliche Ausstellung zeigt neue Aspekte der Sammlung und hält darüber hinaus ungewohnte Zugänge zur Kunst und zum Themenfeld „Museum"bereit.

Kunsthalle Bremen: terra incognita
Foto: Karen Blindow 
 

Mit dem subjektiven Ansatz des Nicht-Kunsthistorikers will der Künstler Hainke dabei auch einen veränderten Dialog zwischen Werk und Betrachter ermöglichen: Da der ursprüngliche Kontext, für den die gesammelten Objekte produziert wurden, nicht mehr existiert, gilt es heute, die historische Rolle der Bilder so gut wie möglich zu erahnen und zu verstehen.
Wolfgang Hainke wurde 1944 in Bad Warmbrunn, Schlesien geboren und lebt in der Nähe von Bremen. Seit 1969 realisierte er zahlreiche Ausstellungen, Installationen und Performances. An der Universität Bremen hat Hainke seit 1973 einen Lehrauftrag. Zusammen mit Künstlerfreunden ist er Herausgeber von Graphiken, Büchern und Multiples bei H&H Schierbrok Editions.

Mit freundlicher Unterstützung der Karin und Uwe Hollweg-Stiftung.


bremer shakespeare company
Warten auf Godot
Foto: Marianne Menke


Im Oval der Kunsthalle Bremen, das zur Theaterbühne umfunktioniert wurde, führt während der gesamten Ausstellungsdauer die bremer shakespeare company an mehreren Abenden "Warten auf Godot" von Samuel Beckett auf.

www.shakespeare-company.com


Zur Ausstellung bietet die Kunsthalle Bremen unterschiedliche Vermittlungsangebote an - ein Beispiel:

Sonntag, 5. November 2006, 2. Dezember 2006 und 7. Januar 2007
jeweils 15:00 Uhr
Familiennachmittag: Terra Incognita - Eine Welt der Geheimnisse. Bildergeschichten und Märchen
Mit Rainer Kosubek, Yvonne Reuter, Sonja Bartscherer
€ 2,50 pro Person zzgl. € 8,00 Eintritt pro Familie



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