Der Tanz wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein bevorzugtes Thema der bildenden Kunst. Ausgehend von der Metropole Paris erfasste die Tanzbegeisterung ganz Europa: Als Inbegriff von Modernität faszinierte der Tanz die Künstler und forderte sie heraus, Bewegung sichtbar zu machen. Das vielfältige Spektrum der Tänze inspirierte Künstler wie Edgar Degas, Auguste Rodin, August Macke und Max Beckmann.
Aber wie veranschaulichen die Künstler die flüchtige Aktion der Tanzenden im Raum? Wie übersetzen sie Rhythmus und Dynamik? Um 1900 waren es vor allem spannungsvolle Kompositionen, schneller Strich und exaltierte Posen, mit denen sie in statischen Medien Bewegung suggerierten. Der Zero-Künstler Günther Uecker versetzte dagegen seine Skulptur New York Dancer III tatsächlich in heftige Rotation, während bei Otto Pienes Lichtballett wenig später immaterielle Lichter und Schatten tanzen.
In den 1980er Jahren fertigte Bernhard Johannes Blume (1937-2011) aus alten Billig-Möbeln, im Stil kleinbürgerlicher Wohnzimmerkultur, eine Anzahl von Brett-Bildern an, deren Pseudo-Furnier er mit philosophischen Begriffen versah. Das Zusammenspiel von Text und Bild-Struktur verrät sinnfällig Blumes ironisch-poetischen, wie humorvollen Umgang mit dem metaphysisch-religiösen Erbe des Abendlandes.
Das Konvolut der Brett-Bilder wurde der Kunsthalle Bremen noch kurz vor dem Tod von Bernhard Johannes Blume geschenkt - und wird zum ersten Mal in seinem noch verbliebenen Umfang gezeigt.