Die Jury des Kunstpreises der Böttcherstraße in Bremen spricht im Jahr 2012 Daniel Knorr (vorgeschlagen von Adam Szymczyk, Kunsthalle Basel) den mit 30.000 Euro dotierten Preis zu. Die Preisverleihung ist am Sonntag, dem 4. November 2012, um 12 Uhr in der Kunsthalle Bremen. Die Laudatio hält Julian Heynen.

Daniel Knorr, Smoking in the Museum, 2012, Installationsansicht in der Kunsthalle Bremen
Courtesy Galleria Fonti, Neapel und Galerie nächst St. Stephan/Rosemarie Schwarzwälder, Wien, © VG Bild-Kunst, Bonn 2012, Foto: Daniel Knorr
Daniel Knorr, geb. 1968 in Bukarest, Konzept- und Performancekünstler, lebt und arbeitet in Berlin. In der Kunsthalle ist Daniel Knorrs Installation Smoking in the Museum von 2012 ausgestellt. Er wird vertreten durch die Galleria Fonti, Neapel und Galerie nächst St. Stephan/Rosemarie Schwarzwälder, Wien.
Die Begründung der Jury:
„Daniel Knorr arbeitet seit Jahren mit Bedeutungsverschiebungen von Räumen und Kontexten. Die Bremer Arbeit steht in diesem Zusammenhang und überrascht zugleich in hohem Maße. Rauchen ist in keinem Museum erlaubt. Rauchen – eine ursprünglich kulturelle Praxis – wird heute zunehmend marginalisiert. Das gilt inzwischen für die meisten Orte des öffentlichen Lebens. Mit seiner Installation „Smoking in the Museum“ wird ein Tabu thematisiert, das, in dem es scheinbar gebrochen, in Wahrheit aber aufrecht erhalten wird. Gleichzeitig erzeugt der Künstler einen attraktiven Ausstellungsraum im Ausstellungsraum, der den rauchenden Betrachter wie im naturhistorischen Museum – hier aber in einem großbürgerlichen Ambiente von Liebermann-Bildern – einsperrt und exponiert. Mit dieser an sich lapidaren Setzung gelingt es Daniel Knorr, wie auch in seinem übrigen Werk, gesellschaftlichen Themen und Fragen eine produktiv irritierende Form zu geben.“
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