Kunsthalle Bremen
Mein Konto Login
Nutzerdaten vergessen?
Jetzt Konto anlegen und registrieren

(hier geht's zur Medienverlängerung)
Tickets online Buchen
  • Informationen
  • Ausstellungen
  • Programm
  • Sammlung
  • Kunsthalle
  • Kunstverein
  • Shop
  •  
Home > Kunsthalle > Über uns > Geschichte > Die Anfänge (1823-1847)
Drucken  Drucken
  • Über uns
    • Geschichte
    • MitarbeiterInnen
    • Offene Stellen
    • Preise & Auszeichnungen
    • Rundgang
  • Förderer & Sponsoren
  •  

Die Anfänge (1823-1847)

Am 14. November 1823 lud Senator Hieronymus Klugkist 34 Kunstfreunde ein, um mit ihnen den Kunstverein in Bremen zu gründen. Bereits im folgenden Monat waren die ersten "Gesetze" des Vereins entworfen und fünf Herren, darunter auch der Initiator Klugkist, als "Direction" berufen worden. Sie trat zum 31. Januar 1824 ihre Arbeit an.[1]

"Der Zweck des Kunstvereins in Bremen ist den Sinn für das Schöne zu verbreiten und auszubilden. Er beschränkt sich dabei auf die bildende Kunst", so lauteten die ersten beiden Paragraphen der "Gesetze des Kunstvereins". Ein Bildungsauftrag stand also am Anfang; denn die kunstinteressierten Bremer Bürger vermißten eine Institution in der Stadt, die sich der Pflege von Malerei, Handzeichnung und Druckgraphik widmete. Eine öffentliche Sammlung war nicht vorhanden, und das Fehlen fürstlichen Mäzenatentums machte sich in der Kaufmannsstadt schmerzlich bemerkbar.

So wurde denn auch in Paragraph 4 ein weiteres Anliegen des Vereins festgehalten: "Der Verein wird bemüht seyn allmählich Kunstsachen zu sammeln und diese Sammlung zugänglich zu machen." Man wollte vor allem verhindern, daß bereits in Bremen vorhandene bedeutende Privatsammlungen durch Verkauf zerstreut wurden und der Stadt verlorengingen, und so erwarb man gleich nach Vereinsgründung für stattliche 1759 Taler, die durch Unterzeichnung von Aktien bereitgestellt wurden, Handzeichnungen und Druckgraphik der Bremer Sammlung Duntze. Möglicherweise ist der bevorstehende Verkauf dieser Sammlung sogar mit ein Anlaß für die Vereinsgründung gewesen.

Der Kunstverein hatte zunächst einen fast privaten Charakter. Anfangs war die Zahl der Mitglieder auf 50, später auf 75, beschränkt, die jährlich 5 Taler Beitrag zahlten. Sie trafen sich jede Woche zu gemeinsamen Kunstbetrachtungen in den oberen Räumen der Börse oder in Privathäusern. Dabei wurden sowohl vereinseigene Bestände als auch Stücke aus den Sammlungen der Mitglieder besprochen. Druckgraphische Blätter waren zunächst der Hauptgegenstand dieser Treffen.

1843 wurde die Beschränkung der Mitgliederzahl aufgehoben. Zwei Jahre später war der Kunstverein auf 336 Mitglieder angewachsen, 1846 gehörten ihm bereits 575 Personen an. Damit wandelten sich auch der Charakter der Vereinigung und das Vereinsleben: Der Kunstverein wirkte nun in der öffentlichkeit und konnte damit auch sein oberstes Ziel, den "Sinn für das Schöne zu verbreiten", auf viel wirksamere Weise verfolgen.

Das wichtigste Instrument dazu waren neben den sonntäglichen Kunstbetrachtungen die großen Ausstellungen, die der Kunstverein seit 1829 veranstaltete. Die Entwicklung dieser Ausstellungen spiegelt den Wandel im Charakter des Kunstvereins von einer eher privaten zu einer öffentlichen Institution. 1829 organisierte der Kunstverein die erste Ausstellung in einem Saal der Gelehrten Schule, einer Vorgängerin des heutigen Alten Gymnasiums, die sich im Gebäude des Domkapitels an der Domsheide befand. Der handgeschriebene Katalog umfaßte 153 Nummern, darunter eine beträchtliche Anzahl Altmeistergemälde, unter denen wiederum die holländische Malerei des 17. Jahrhunderts überwog. Viele Gemälde stammten aus Privatbesitz. Einige waren jedoch verkäuflich, und man schloß das Unternehmen mit einem Reingewinn von 70 Talern erfolgreich ab. Auf den "vielfach ausgesprochenen Wunsch der hiesigen Kunstfreunde, baldigst sich wieder einer Ausstellung erfreuen zu können"[2], präsentierte man im Jahre 1833 dann die zweite Schau in der Gelehrten Schule.

Nach längerer Pause fand im April 1843 die dritte Kunstausstellung statt, die man nun in den Sälen des Gesellschaftshauses Union zeigte. Sie übertraf die erste um mehr als das dreifache an Umfang, und es erschien erstmals ein gedruckter Katalog mit 559 Nummern. Die Besucher kamen in Scharen. Der große Erfolg dieser Ausstellung dürfte zum starken Zuwachs an Mitgliedern nach der in diesem Jahr erfolgten öffnung des Vereins für jedermann maßgeblich beigetragen haben. Der neue, betont öffentliche Charakter dieser "Großveranstaltung" wurde auch im Vorwort des Kataloges deutlich, in dem man nicht nur die Verkaufsbedingungen festlegte, sondern auch Verhaltensregeln in der Ausstellung gab: "Es werden nur anständig gekleidete Personen zugelassen, Kindern unter 10 Jahren ist der Zutritt nicht gestattet."

Die Ausstellungen wurden von nun an im Verbund mit den Kunstvereinen in Hannover, Lübeck, Greifswald und Rostock organisiert und fanden im zweijährigen Rhythmus statt. Alte Meister kamen kaum noch vor. Es dominierten die Arbeiten zeitgenössischer Künstler, vor allem der Düsseldorfer Schule. Landschaftsmalerei und rührselige Genredarstellungen waren am häufigsten vertreten, während Historienbilder, biblische und mythologische Themen eine untergeordnete Rolle spielten: Man zeigte Salonmalerei im "besten" Sinne und traf damit den Geschmack des breiten Publikums. Der Verkauf der Bilder spielte eine immer größere Rolle, so daß der Kunstverein mit seinen Ausstellungen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts eine bedeutende Position im Kunsthandel entwickelte. Für seine Mitglieder veranstaltete der Verein seit 1832 Picknicks, zu denen man auch Künstler einlud, sowie Verlosungen von Kunstwerken, wie sie auch in anderen deutschen Kunstvereinen üblich waren. Für die erste Verlosung 1838 wählte man Hanfstaengl-Lithographien nach Gemälden Alter Meister aus der Dresdener Gemäldegalerie - der belehrende Anspruch des Vereins wird darin deutlich. Später erwarb man auch Gemälde aus den Ausstellungen, um sie unter den Mitgliedern zu verlosen. über Geschenke und Legate gingen viele dieser Bilder später in den Besitz des Kunstvereins über.

Die eigene Sammlung des Kunstvereins wuchs in den ersten Jahren nur langsam. Der Sammlungsschwerpunkt lag zunächst bei Handzeichnungen und Druckgraphik, und noch heute ist das Kupferstichkabinett mit seinen über 200.000 Blättern der wertvolle Kern der Sammlung. Das spiegelt sich im Bestand von 1833: Zehn Jahre nach seiner Gründung besaß der Verein 13 Gemälde, 585 Handzeichnungen und 3917 Blatt Druckgraphik. Der überwiegende Teil der Gemälde waren Alte Meister, darunter die berühmte Madonna von Masolino, die der Künstler Johann Bäse 1832 dem Kunstverein zum Geschenk machte, und eine Reihe von Bildern holländischer Maler des 17. Jahrhunderts wie Jan van Goyen und Pieter Wouwerman. Seit den 40er Jahren wandelte sich jedoch der Charakter der Gemäldesammlung, da von nun an viele Salonbilder zeitgenössischer Künstler hinzukamen.

(Dr. Dorothee Hansen)

[1] Zur frühen Geschichte des Kunstvereins in Bremen vgl. Senator Dr. Georg Iken: Präsidial-Vortrag zur Eröffnung der Kunsthalle in Bremen am ersten Mai 1949, Bremen 1949; Hermann Strohm: Rückblick auf 100 Jahre Bremer Kunstverein, 14. November 1823-1923, ungedrucktes Manuskript im Archiv der Kunsthalle Bremen, Akte 117; Inken Dohrmann: Studien zur Gründungsgeschichte der Bremer Kunsthalle, Magisterarbeit TU Berlin 1975 (masch.), Manya Ocken: Der Kunstverein in Bremen im 19. Jahrhundert, Magisterarbeit Universität Bonn 1989 (masch.).
[2] Verzeichnis einer zweiten vom Bremischen Kunst-Verein veranstalteten Kunstausstellung im Hörsaale der Gelehrten Schule, Bremen im März 1833, S.1, nicht paginiert, handschriftlich.

Mitglied werden

Werden Sie Mitglied
im Kunstverein »


Aktuelle Ausstellung

Öffnungszeiten

Di 10-21 Uhr, Mi bis So 10-17 Uhr

Mo geschlossen

Kontakt Nutzungsbedingungen Datenschutz Sitemap Impressum
Folgen Sie uns
auch hier:
Kunsthalle
Bremen auf
Facebook
Kunsthalle Bremen: Praktikum: In der Kunsthalle Bremen sind ab diesem Sommer zwei Praktikumsplätze...
Bookmark speichern: Mister Wong
Internet: construktiv