Kunsthalle Bremen
Mein Konto Login
Nutzerdaten vergessen?
Jetzt Konto anlegen und registrieren

(hier geht's zur Medienverlängerung)
Tickets online Buchen
  • Informationen
  • Ausstellungen
  • Programm
  • Sammlung
  • Kunsthalle
  • Kunstverein
  • Shop
  •  
Home > Kunsthalle > Über uns > Geschichte > Günter Busch (1945-1984)
Drucken  Drucken
  • Über uns
    • Geschichte
    • MitarbeiterInnen
    • Offene Stellen
    • Preise & Auszeichnungen
    • Rundgang
  • Förderer & Sponsoren
  •  

Günter Busch (1945-1984)

In Absprache mit Emil Waldmann berief der Vorstand des Kunstvereins zu Beginn des Jahres 1945 Günter Busch zum Kustos. Er sollte die Nachfolge des verstorbenen Wilken von Alten antreten. Nach Waldmanns Freitod im März dieses Jahres lag jedoch von Anfang an die wissenschaftliche Leitung der Kunsthalle in Günter Buschs Händen. Rudolf Alexander Schröder, der schon 1909 von Gustav Pauli in den Vorstand des Kunstvereins geholt worden war, wurde im Einvernehmen mit der amerikanischen Besatzungsmacht zum kommissarischen Direktor der Kunsthalle berufen. Seine Diplomatie im Umgang mit den Amerikanern war des öfteren gefragt - wie Hermann Apelt zu sagen pflegte: "Schröder ist der Regenschirm für Busch bei schlechtem amerikanischem Wetter."[1] 1950 legte Schröder das Direktorat nieder und wurde zum Ehrenvorsitzer des Kunstvereins gewählt. In diesem Jahr trat Günter Busch offiziell seinen Dienst als Direktor der Kunsthalle Bremen an.

In der Nachkriegszeit waren die äußeren Bedingungen für die Museumstätigkeit äußerst schwierig. Die Amerikaner hatten 1947/48 das Amerika-Haus in der Kunsthalle einquartiert. Sie belegten das Kupferstichkabinett und das Direktionszimmer. So blieb nur wenig Raum für die Kunst, zumal das Gebäude wegen der Kriegsschäden zum großen Teil unbenutzbar war. Dennoch gelang es Busch im Zusammenwirken mit dem Vorstand des Kunstvereins, ab 1946 Wechselausstellungen zu veranstalten und den Betrieb der Kunsthalle langsam wieder aufzunehmen. 1948, zum 125jährigen Jubiläum des Kunstvereins, konnten 10 Räume im Obergeschoß wieder der Öffentlichkeit übergeben werden, seit Ende 1951 waren alle Säle im Obergeschoß wieder benutzbar. Doch erst im Jahre 1961 wurde eine umfangreiche Renovierung durchgeführt, bei der die Kriegsschäden umfassend behoben wurden. Unter der Leitung der Architektin Heidi Starke wurden damals das Treppenhaus und die Eingangsfront im Stil der Zeit modernisiert.

Günter Busch (geboren 1917), der zunächst an der Kunsthochschule Berlin-Schöneberg studiert hatte, kam über die Praxis der Kunst zur Theorie der Kunstgeschichte. 1944 wurde er in Prag an der deutschen Karls-Universität promoviert mit einer Arbeit über Das Unvollendete der Handzeichnung und die Bildzeichnung, die Karl Maria Swoboda betreut hatte. Die Handzeichnung sollte auch in seiner Arbeit an der Kunsthalle einen besonderen Schwerpunkt bilden. Wie seine Vorgänger Waldmann und Pauli war Busch gebürtiger Bremer; er hatte bereits sein Volontariat an der Kunsthalle Bremen absolviert, war mit der Sammlung und dem Hause vertraut und entwickelte die Arbeit seiner Vorgänger folgerichtig in der dritten Generation fort. Das von Pauli begründete Sammlungskonzept einer parallelen Darstellung der deutschen und französischen Kunst des 19. Jahrhunderts und die Betonung einer "malerischen" Malerei waren auch für Günter Busch die Leitmotive der Ankaufspolitik.[2]

Ein Ziel der Ankäufe war es, die Lücken zu schließen, die der Krieg gerissen hatte. Doch Verluste wie die Gemälde von Monet, Renoir und Gauguin waren mit den geringen Mitteln des Kunstvereins nicht zu ersetzen, zumal die Stadt Bremen nach der Währungsreform keine Ankaufsmittel mehr zur Verfügung stellte. Auch der systematische Ankauf von Werken der Expressionisten, die der Aktion Entartete Kunst zum Opfer gefallen waren, war aus finanziellen Gründen nur in beschränktem Maße möglich. So entstand ein Sammlungskonzept aus "Konzentration und Verzicht", das der Kunsthalle Bremen einige herausragende Werkkomplexe bescherte, die bis heute das besondere Profil der Sammlung prägen.

Dazu gehören die Gemälde, insbesondere die Sylvette, und die umfangreiche Sammlung der Druckgraphik von Picasso sowie die einzigartige Auswahl an Werken Max Beckmanns: Busch erwarb bis 1966 insgesamt sieben Gemälde von Max Beckmann aus allen Schaffensphasen, darunter Hauptwerke wie den Apachentanz und das Selbstbildnis mit Saxophon. Dazu kam die fast vollständige Kollektion der Beckmannschen Druckgraphik sowie seine Plastik Mann im Dunkeln. In zwei großen Ausstellungen präsentierte Busch den Künstler dem Bremer Publikum.

Während Buschs Amtszeit kamen 13 Gemälde von Paula Modersohn-Becker in die Sammlung.


Schon 1947 zeigte er die erste Ausstellung mit Werken der Künstlerin, 1976 folgte die große Gedächtnisausstellung zu ihrem 100. Geburtstag, und 1982/83 präsentierte er in einer thematisch konzentrierten Ausstellung ihre Landschaften. In zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen, darunter die Veröffentlichung der Briefe und Tagebuchaufzeichnungen sowie eine große Monographie, machte Busch ihr Werk bekannt. An der Gründung der Paula-Modersohn-Becker-Stiftung in der Kunsthalle Bremen 1979 war er maßgeblich beteiligt. 1997 erscheint der Werkkatalog der Künstlerin, den Busch in Zusammenarbeit mit Wolfgang Werner verfaßt hat.

Durch den Ankauf der Papageienallee von Max Liebermann bekannte Busch seine Verbundenheit mit dem Sammlungskonzept Gustav Paulis. Mit dieser Erwerbung im Jahre 1955 fügte er der Liebermann-Kollektion in der Kunsthalle ein Glanzstück hinzu, das bis heute einer der größten Publikumslieblinge in der Sammlung geblieben ist. Auch in der intensiven wissenschaftlichen Untersuchung des Künstlers stand Busch in Paulis Tradition: Er gab die Schriften und Reden Liebermanns heraus und verfaßte eine bedeutende Monographie über ihn. In einer umfangreichen Retrospektive zeigte Busch 1954 zudem das Werk Max Liebermanns in der Kunsthalle Bremen. Hier knüpfte auch die große und erfolgreiche Schau Max Liebermann. Der deutsche Impressionist an, die die Kunsthalle 1995/96 veranstaltet hat.


Bereits diese wenigen Kristallisationspunkte der Museumsarbeit Günter Buschs veranschaulichen, wie eng seine Ankäufe, seine Ausstellungen und die wissenschaftlichen Publikationen aufeinander bezogen waren. Ein weiteres Beispiel dafür liefert seine intensive Beschäftigung mit Eugène Delacroix. Bereits 1948 erwarb er das Gemälde Der Tod des Valentin, ein Jahr später die große Löwenjagd. Insgesamt kamen während seiner Amtszeit sieben Gemälde und weit über 200 Zeichnungen des französischen Romantikers in die Kunsthalle. Dies ist seither die größte Delacroix-Sammlung außerhalb Frankreichs.

In einer großen Retrospektive zeigte Busch 1963 erstmals seit über 50 Jahren die Werke von Delacroix in Deutschland. 1973 widmete er dem Valentin-Bild eine eigene Ausstellung, deren wissenschaftliche Grundlage er in einer umfangreichen Monographie über das Bild erarbeitet hatte - das Buch wurde 1974 mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet. Damit fanden seine stetigen Bemühungen um eine verständliche, anschauliche Sprache und die Vermeidung eines mit Fremdworten überfrachteten Fachjargons ihre wohlverdiente öffentliche Anerkennung.


Aus der Fülle seiner Arbeitsgebiete können hier nur wenige angesprochen werden. Als Verbindungsglied zwischen der französischen Romantik und dem Impressionismus erwarb Busch eine Reihe bedeutender Werke der Maler von Barbizon wie Daubigny, Huet, Corot und Millet, die damals auf dem Kunstmarkt noch relativ wenig gefragt waren. In der großen Ausstellung Zurück zur Natur stellte er diese Werke 1977/78 dem Publikum vor und setzte sie in Beziehung zur Künstlerkolonie in Worpswede. Besondere Aufmerksamkeit verdient auch die umfangreiche Sammlung von Werken der Nabis und der Schule von Pont-Aven, die Busch in der Kunsthalle zusammentrug. Sie gehört zu den bedeutendsten ihrer Art in Deutschland und setzt folgerichtig die Linie der Impressionisten und Spätimpressionisten fort. Monographische Ausstellungen über Maurice Denis, Emile Bernard und Ker Xavier Roussel zeigten diese Erwerbungen in ihrem künstlerischen und historischen Kontext.

In der Abteilung der Alten Meister baute Busch die Sammlung der barocken Ölskizzen auf. Die Bozzetti für große Wand- und Tafelbilder waren in den 50er und 60er Jahren noch erschwinglich, so daß hier eine Gruppe zusammenkam, die im nordwestdeutschen Raum einzigartig ist. Die Werke von Tiepolo, Maulpertsch, Solimena etc. stehen deutlich in der Tradition der "malerischen" Malerei, der die Kunsthalle seit langem verpflichtet war, und die auch in den vielen Ölskizzen der Romantiker zum Ausdruck kommt.


Auch um die Bildhauerei machte Busch sich verdient. Besonders sind Gerhard Marcks, Gustav Seitz und Hans Wimmer hervorzuheben, die er in zahlreichen Ausstellungen präsentierte und deren Skulpturen er ebenso sammelte wie ihre Zeichnungen und druckgraphischen Blätter. Die freundschaftliche Beziehung zu diesen Künstlern spricht aus ihren Schenkungen: Hans Wimmer überließ der Kunsthalle 150 Zeichnungen, Gustav Seitz vermachte dem Haus zahlreiche Zeichnungen und Skulpturen. Mit der großen Schenkung des Berliner Bildhauers Kurt Reutti und seiner Frau Dore kamen 1967 über 450 Blatt Druckgraphik sowie sämtliche illustrierte Mappenwerke und Bücher Barlachs in die Kunsthalle. In einer zweiten Schenkung übergaben sie 1975 der Kunsthalle u.a. 13 Skulpturen von Barlach, so daß sich zusammen mit dem Schäfer im Wind, der schon zu Paulis Zeiten ins Haus gekommen war, ein weiterer Sammlungs-schwerpunkt bilden konnte.


Eine besondere Bedeutung erlangte dabei das Vertrauensverhältnis, das sich im Laufe der Jahre zwischen Busch und Gerhard Marcks gebildet hatte. Bei einem seiner Bremer Besuche fiel Marcks eines der beiden am Ostertor gelegenen klassizistischen Torhäuser als ein denkbarer Platz ins Auge, auf dem man vielleicht die ihm vorschwebende Verwahrungs- und Pflegestätte für seinen künstlerischen Nachlaß gestalten könnte. Marcks selber dachte dabei an eine enge Verbindung mit der Kunsthalle, die sich allein schon aufgrund der räumlichen Nähe des Torhauses anbot. Demgegenüber bestanden auf seiten des Kunstvereins angesichts der begrenzten personellen und finanziellen Ausstattung der Kunsthalle Bedenken, daß eine Verwirklichung der Marcks´schen Ideen unmittelbar durch den Kunstverein für diesen zu einer übermäßigen Belastung werden könnte.

So wurde statt dessen der Gedanke einer selbständigen Stiftung entwickelt, an der neben Gerhard Marcks bzw. seinem zukünftigen Nachlaß die Stadt Bremen und der Kunstverein beteiligt sein sollten. Während die Stellung der Stadtgemeinde sich daraus ergab, daß sie Grundstück, Gebäude und dessen Einrichtung für das zukünftige Gerhard Marcks-Haus zur Verfügung stellen sollte, erwies sich ein geeigneter Einbau des Kunstvereins in die Stiftung als schwierig; denn einerseits sollte gerade auch nach dem Willen von Gerhard Marcks eine enge sachliche Verbindung zur Kunsthalle bestehen, andererseits aber der Kunstverein nicht zu sehr in Anspruch genommen werden können. Die Lösung fand sich dann in dem vom Vorstand des Kunstvereins entwickelten Gedanken, daß der Kunstverein als 3. Stifter mit bestimmten sachlichen Aufgaben im Interesse des zukünftigen Gerhard Marcks-Hauses fungieren solle. Auf dieser Basis kam Anfang 1969 die Stiftung zustande. Nach anschließender Herrichtung der Baulichkeiten und deren Ausstattung konnte das Gerhard Marcks-Haus im September 1971 eröffnet werden.


Günter Busch wurde für mehrere Jahre als Direktor der Kunsthalle gleichzeitig Direktor der Gerhard Marcks-Stiftung und ihres Ausstellungshauses. Auch blieb der Vorstand des Kunstvereins weiterhin mit der Marcks-Stiftung eng verbunden. 1975 übernahm Dr.Dr. Blaum als Schriftführer des Kunstvereins den Vorsitz in der Gerhard Marcks-Stiftung, so daß eine koordinierte Führung beider Museen für einen Zeitraum von 17 Jahren sichergestellt war. Während dieser Zeit entwickelte sich das Gerhard Marcks-Haus zunehmend zu einem eigenständigen Gebilde, das durch einen großzügig von bremischen Kunstfreunden, der Stadt Bremen und der Bundesrepublik geförderten Umbau zu einem regulären Bildhauermuseum ausgebaut wurde. Die Stellung des Kunstvereins als 3. Stifter sorgte dabei unverändert für eine enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Kunstinstituten. Insgesamt ist danach das Bestehen des heutigen Gerhard Marcks-Hauses in seiner Verbindung zum Kunstverein und zur Kunsthalle als eine bedeutende und nachhaltige Frucht des Wirkens von Günter Busch für den Kunstverein zu bewerten.


Günter Busch nahm sowohl die wissenschaftliche als auch die erzieherische Funktion des Museums ernst. Während seiner Amtszeit verfaßten Gerhard Gerkens und Ursula Heiderich einen kritischen Katalog der Gemälde des 19. und 20. Jahrhunderts, Ulrike Köcke legte den Katalog der Münzen und Medaillen vor, und die Kunsthalle veranstaltete u.a. zwei erfolgreiche Reihen didaktischer Ausstellungen. Die eine Reihe, die die Kustoden Jürgen Schultze und Annemarie Winther erarbeiteten, stellte die verschiedenen druckgraphischen Techniken vor. In einer anderen präsentierte Kustos Gerhard Gerkens unterschiedliche Bildgattungen wie Bildnisse, Stilleben und Historienbilder. In erster Linie aber war das Museum für Günter Busch die Wohnung der Originale, ein Ort der stillen Betrachtung, bei der der Besucher in direkten Dialog mit dem Künstler treten kann.[3] Diese Einstellung mutet vielleicht ein wenig idealistisch an. Doch gerade heute, im Zeitalter unbegrenzter technischer Reproduzierbarkeit, wo Bilder per Computer beliebig abgerufen werden können, wird die Bedeutung des Museums als Haus der originalen Kunstwerke unweigerlich an Bedeutung zunehmen und gerade in dieser Eigenschaft seine Einzigartigkeit beweisen.

Günter Buschs Zurückhaltung gegenüber manchen Strömungen zeitgenössischer Kunst läßt sich nicht verhehlen. Konzept-Kunst oder Minimal Art mußten ihm fremd bleiben, da ihm doch gerade die materielle Präsenz des Originals immer das zentrale Anliegen war. Umso wichtiger ist es zu erwähnen, daß während seines Direktorates auch experimentelle Ausstellungen mit Klang- und Aktionskünstlern wie John Cage, La Monte Young oder Wolf Vostell in Zusammenarbeit mit der Reihe pro musica nova von Radio Bremen stattgefunden haben. Sie wurden in der Kunsthalle von Jürgen Schultze betreut.


Um die junge Kunst im Kunstverein stärker zu unterstützen, schlossen sich 1972 einige besonders engagierte Mitglieder zum Förderkreis für Gegenwartskunst im Kunstverein in Bremen mit jährlich wechselnden Sprechern zusammen. Sie ermöglichten durch regelmäßige Beiträge jedes Jahr eine Ausstellung aktueller Kunst. Mehrfach erwarb der Förderkreis Arbeiten aus diesen Ausstellungen, die er der Kunsthalle stiftete, wie z.B. Gemälde von Gerhard Richter oder Jerry Zeniuk.
Das großzügige Mäzenatentum, das im Kunstverein in Bremen seit seiner Gründung Tradition hat, setzte sich denn auch unter dem Direktorat von Günter Busch fort. Es ist unmöglich, hier die vielen Stiftungen seit 1947 aufzuzählen.[4] Einen Höhepunkt erreichten die Schenkungen mit der großen Jubiläums-Stiftung 1973 zum 150jährigen Bestehen des Kunstvereins. Sie repräsentieren die gesamte Spannbreite der Sammlung: Vom 16. Jahrhundert (Lo Spagna) bis zur Malerei der Gegenwart (Tobey, Richter, Matta), von der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts (Cuyp, Seestück) bis zu den Nabis (Denis, Huldigungsbild an Cézanne) waren hochrangige Arbeiten vertreten. Die damals übergebenen Werke sind in einem eigenen Katalog dargestellt worden, der auch die Liste der Stifter enthält - acht Seiten, eng bedruckt mit den Namen von Privatpersonen, Vereinen und Bremer Wirtschaftsunternehmen.[5]

Die Kunsthalle war und ist ständig auf eine umfassende private Unterstützung angewiesen. Gleichwohl hat sich auch die Stadt Bremen seit 1904 mit Zuschüssen in unterschiedlicher Höhe an den Kosten der Kunsthalle beteiligt. Dem bereits weiter oben behandelten Vertrag mit der Stadt von 1921 waren später weitere Vereinbarungen über eine enge Verbindung zwischen Stadt und Kunstverein gefolgt, deren Bedeutung ebenfalls bereits dargelegt wurde. Sie wurden 1959 in einem neuen Staatsvertrag zusammengefaßt.

Es gelang zwar dem Kunstverein, darin die grundsätzliche Verpflichtung der Stadt zur Erstattung der Personalkosten erneut in rechtsverbindlicher Weise zu begründen - eine wesentliche Voraussetzung für die Museumsarbeit, da gerade diese langfristigen finanziellen Verpflichtungen von essentieller Bedeutung sind und die Möglichkeiten eines privaten Vereins bei weitem übersteigen. Dagegen gelang es nicht, auch die anderen Positionen des Zuschusses in der gleichen Weise zu präzisieren. Man einigte sich lediglich darauf, die Bereiche zu bestimmen, die für die Bemessung des Zuschusses maßgeblich sein sollten. Dazu gehörten die laufenden Bewirtschaftungskosten, die Kosten für Sonderausstellungen, Restaurierungen, Vorträge und Bibliothek sowie Mittel zum Ankauf von Kunstwerken. Leider zeigte sich in der Folgezeit, daß in Zeiten leerer öffentlicher Kassen ab 1982 diese Bereiche überhaupt nicht mehr von der Stadt bezuschußt wurden - ein auf die Dauer untragbarer Zustand.

(Dr. Dorothee Hansen)

[1] Hermann Apelt: Erinnerungen aus 57 Jahre Kunstverein, Bremen o.J., S. 17, sowie Günter Busch: Rudolf Alexander Schröder und die Kunsthalle Bremen, in: ders., Hinweis zur Kunst. Aufsätze und Reden, Hamburg 1984, S. 302-307.
[2] Über Günter Busch vgl. Eduard Hüttinger: Vorwort, in: Günter Busch, Hinweis zur Kunst (wie Anm. 30), S. 2-5, und Günter Busch (wie Anm. 6).
[3] Vgl. Günter Busch: Was sind Kunstmuseen heute?, in: ders., Hinweis zur Kunst (wie Anm. 30), S. 22, 23.
[4] Vgl. Liste der wichtigsten Stiftungen in: Günter Busch (wie Anm. 6), S. 503-504, sowie Andreas Kreul: Kunsthalle Bremen, Gemälde Verzeichnis, Wiesbaden 1994, S. 235-278.
[5] Jubiläumsstiftung. 150 Jahre Kunstverein in Bremen 1823-1973, Ausstellungskatalog Kunsthalle Bremen 1973/74, S. 155-162.

Mitglied werden

Werden Sie Mitglied
im Kunstverein »


Aktuelle Ausstellung

Öffnungszeiten

Di 10-21 Uhr, Mi bis So 10-17 Uhr

Mo geschlossen

Kontakt Nutzungsbedingungen Datenschutz Sitemap Impressum
Folgen Sie uns
auch hier:
Kunsthalle
Bremen auf
Facebook
Kunsthalle Bremen: Wo Sport und Kunst aufeinander treffen: Für Wols war die Ölmalerei ursprünglich...
Bookmark speichern: Mister Wong
Internet: construktiv