Der Kunstpreis der Böttcherstraße wurde mit Urkunde vom 6. Oktober 1954 durch die HAG AG in Bremen gestiftet. Der Preis war zunächst mit DM 5.000 dotiert und konnte 1972 auf DM 10.000 und 1977 auf DM 15.000 erhöht werden. Der Preis wurde jährlich an deutsche bildende Künstler verliehen.
Die Absicht war es, nicht ein schon bestehendes Gesamtwerk auszuzeichnen, sondern die Auszeichnung sollte der Förderung des künstlerischen Nachwuchses dienen. Die Vorschläge für die Kandidaten kamen zunächst aus dem Kreis der Jurymitglieder, die dann den Preisträger nominierten. Später wurde dieses Verfahren durch die Schaffung einer Vorschlagskommission derart geändert, dass sich nunmehr der Kreis der Kandidaten unabhängig von der Jury bildete. Hierdurch wurde eine weitgehende Neutralität bei der Kandidatenwahl erreicht.
Nach der Übernahme und Eingliederung der HAG AG in die internationale Firmengruppe General Foods im Jahre 1979 wurden der Kunstpreis und seine Ausstellungskosten noch bis zum Jahre 1982 von der HAG AG finanziell getragen. Im Jahre 1981 trennte sich jedoch die HAG AG von der Böttcherstraße GmbH und die Böttcherstraße ging in Familienbesitz über. So wurde der Kunstpreis der Böttcherstraße letztmalig 1983 vergeben.
Der Kunstpreis der Böttcherstraße ist Vorläufer des seit 1985 vergebenen Bremer Kunstpreises beziehungsweise des seit 1993 vergebenen Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen.
1955 Hans Meyboden, Freiburg im Breisgau
1956 Ernst Weiers, Bernried/Starnberg
1957 Fritz König, Ganslberg/Landshut
1958 Horst Skodlerrak, Lübeck
1959 Rudolf Kügler, Berlin
1960 Erhart Mitzlaff, Fischerhude
1961 Günter Ferdinand Ris, Oberpleis/Siebengebirge
1962 Ruth Robbel, Berlin
1963 Siegrid Kopfermann, Düsseldorf
1964 Ekkehard Thieme, Flensburg
1965 Karl Goris, Hamburg
1966 Jens Lausen, Hamburg
1967 Gerlinde Beck, Großglattbach, Helga Föhl, Wiesbaden
1968 Hans Baschang, Karlsruhe
1969 Dieter Krieg, Baden-Baden, Michael Schoenholtz
1970 Hansjerg Maier-Aichen, Leinfelden
1971 Uli Pohl, Bremen
1972 Klaus Fußmann, Berlin
1973 Hermann Waldenburg, Berlin
1974 Ursula Sax, Berlin, Max Kaminski, Berlin
1975 Jürgen Brodwolf, Vogelbach, Günther Knipp, München
1976 László Lakner, Berlin
1977 Wolfgang Nestler, Aachen
1978 Dorothee von Windheim, Hamburg
1979 Rebecca Horn, Hamburg
1980 Martin Rosz, Berlin, Walter Stöhrer, Berlin
1981 Alf Schuler, Köln
1982 Mechthild Nemeczek, Köln
1983 Antonius Höckelmann, Köln