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Neuerwerbung

Jean Louis Forain: Das Ballett, um 1885

Einführung: Dienstag, 4. Juni, 18 Uhr

Dr. Christoph Grunenberg und Dr. Dorothee Hansen

Kunstpause: Donnerstag, 6. Juni, 13 Uhr

Dr. Dorothee Hansen

Geschenk Claus H. Wencke 2012

Die Kunsthalle Bremen besitzt eine bedeutende Werkgruppe des französischen Malers Jean Louis Forain (1852–1931), zu der ein Gemälde, ein Pastell, zahlreiche Zeichnungen und graphische Blätter sowie mehrere Alben mit Karikaturen gehören. Nun schenkte der Bremer Mäzen Claus H. Wencke dem Museum das Gemälde Das Ballett. Es zeigt junge Tänzerinnen auf der Bühne und einen Herrn mit Zylinder, der hinter den Kulissen wartet.
Die Welt des Theaters war ein zentrales Thema Forains. Anders als sein Freund Edgar Degas, der zahlreiche Bilder von Tänzerinnen malte, ging es Forain nicht um die schöne Linie und grazile Posen, sondern um die Beobachtung gesellschaftlicher Verhältnisse – ein Aspekt, der auch seine bissigen Karikaturen auszeichnet. Das neue Bremer Gemälde zeigt die Spannung zwischen den Ballerinen und dem Herrn, zwischen Jung und Alt, Licht und Schatten, Illusion der Bühne und sozialer Wirklichkeit.
Anlässlich der Schenkung präsentiert die Kunsthalle das neue Gemälde im Kontext der selten gezeigten Bremer Werkgruppe Forains. Sie ermöglicht einen Blick auf den Künstler, der hierzulande wenig bekannt ist. Forain, der in den 1870er und 1880er Jahren zur Pariser Bohême gehörte und mit Toulouse-Lautrec, Degas, Manet und Rimbaud verkehrte, stieg später zum gefragten Karikaturisten auf. Er beteiligte sich zwischen 1879 und 1886 an vier der Impressionistenausstellungen und führte neben dem grafischen Werk auch sein malerisches OEuvre bis zu seinem Tod fort. In Paris wurde er 2011 in einer großen Retrospektive im Petit Palais gewürdigt.

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