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Anton van Dyck: Bildnis des Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg (1578–1653), um 1630

In den Jahren zwischen seiner Rückkehr aus Italien (1621) und seiner Reise nach England (1632) schuf Van Dyck in Antwerpen zahlreiche Porträts. Sein technisches Können war so ausgereift, dass die Bildnisse zumeist direkt auf der Leinwand entstanden. Das Porträt des Pfalzgrafen bei Rhein zu Neuburg und Herzog von Jülich-Berg Wolfgang Wilhelm ist ein Beispiel für Van Dycks herausragende Fähigkeit, Eleganz, Selbstbewusstsein und Geltungsbedürfnis des Dargestellten glanzvoll zu vergegenwärtigen.

Es zeigt den Pfalzgrafen im ganzfigurigen Herrscherporträt in vornehmer, dezenter, schwarzer Kleidung. Mit der Linken umfasst er den Degen, die Rechte hat er an das Band des Ordens vom Goldenen Vlies gelegt, der ihm 1615 verliehen worden war. Er wird hinterfangen von einer leuchtend roten Draperie sowie einer mächtigen Säule, einem Symbol der Stärke. Auf dem kostbaren Teppich steht neben ihm eine Dogge, die treuen Gehorsam symbolisiert, wie es auch die Initialen W P (Wolfgangus princeps) auf ihrem Halsband unterstreichen.

Es gibt eine weitere Fassung des Porträts in München (Alte Pinakothek) sowie zahlreiche Varianten und Kopien, mit denen der Herrscher sein Bildnis verbreitete. Im Zuge der Auseinandersetzungen um das Erbe des Herzogtums Jülich und seine Konversion zum katholischen Glauben hielt sich der Pfalzgraf aus politischen Gründen oft in den Südlichen Niederlanden, Spanien und Frankreich auf.

Anne Buschhoff

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