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Markus Raetz: Der Kontorsionist (Der Schlangenmensch), 2009

Der Schweizer Künstler Markus Raetz setzt die lange Tradition der Anamorphosenmalerei in dreidimensionaler Form fort. Auch bei ihm steht nicht so sehr das Dargestellte im Vordergrund, sondern die Art und Weise der Rezeption. Vor diesem Hintergrund fordert er den Betrachter zur Interaktion mit seinem Werk auf: Erst wenn dieser um die Plastik Der Kontorsionist herumschreitet, sieht er, wie sich aus der rechtwinkligen Figur ein Schlangenmensch herausbildet, der bei weiterem Voranschreiten sogleich wieder an Beweglichkeit verliert und in der Ausgangsfigur einfriert. Als zunächst klassisch wirkende, „statische“ Skulptur, die sich aber durch Bewegung definiert, ist Raetz’ Plastik somit ein wichtiges Bindeglied zwischen der Anamorphosenmalerei des 17. Jahrhunderts und der Medienkunst des 21. Jahrhunderts.

Uta Protz

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