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Masolino da Panicale: Madonna mit Kind, 1423

Das Gemälde Madonna mit Kind ist das früheste datierte Werk von Masolino. Die Tafel entstand im Jahr 1423, als sich Masolino als Meister in die Florentiner Zunft der Ärzte und Apotheker eintragen ließ, der damals auch die Maler angehörten. Es zeigt eine Maria in der Demut (Madonna dell’Umiltà), ein Bildtypus, der in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts in Siena entwickelt wurde und sich insbesondere für private Andachtsbilder schnell großer Beliebtheit erfreute.

Im Gegensatz zum traditionellen, starren Kultbild heben weder Krone noch Gefolge oder Engel Marias Rolle als Himmelskönigin hervor. Vielmehr konzentriert sich die Darstellung auf die innige Mutter-Kind-Beziehung und beschreibt Maria am Boden sitzend und in belebter Natürlichkeit. Unter dem Antlitz Christi im oberen Giebelfeld umarmt Maria im blauen Madonnenmantel zärtlich das Jesuskind, das leicht empor und aus dem Bild heraus schaut. Sein Blick ist von prophetischem Ernst und verweist darauf, dass Gott seinen Sohn opfern wird, um die Menschheit zu erlösen.

Durch die lateinische Bildunterschrift wird der Betrachter direkt angesprochen. Sie lautet übersetzt: „Oh, wie viel Barmherzigkeit ist in Gott!“

Anne Buschhoff

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