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Peter Paul Rubens / Jan Bruegel der Jüngere: Christus erscheint Maria Magdalena am Ostermorgen (Noli me tangere), um 1626

Im roten Mantel, mit einem Spaten in der Hand, begegnet der auferstandene Christus als Erster Maria Magdalena, die ihn der biblischen Erzählung zufolge zunächst für einen Gärtner hält und ihn erst erkennt, als Christus ihren Namen nennt. Als sie ihn berühren will, wehrt er ab: „Halte mich nicht fest [Noli me tangere], denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen.“ (Joh 20,14–17)

Dem Motiv Christus als Gärtner entsprechend, ist die Szene in einer weiten Landschaft dargestellt. Hier blühen noch die Blumen, während das Gemüse schon geerntet werden kann – eine Anspielung auf das Paradies. Auch lassen sich die Pflanzen teilweise sinnbildlich auf das Geschehen beziehen: Die distelartige Artischocke ist ein Symbol für die Passion Christi, während die Raupe und der Schmetterling für die Auferstehung stehen.

Das Gemälde ist eine Gemeinschaftsarbeit von Peter Paul Rubens und Jan Bruegel dem Jüngeren, bei der Rubens die Figuren und Bruegel den Hintergrund sowie die bis ins kleinste Detail wiedergegebenen Pflanzen ausführte. Eine derartige Arbeitsteilung war in der niederländischen Malerei nicht ungewöhnlich, da sich die Künstler als Fachmaler auf bestimmte Bildgattungen spezialisiert hatten.

Katja Riemer

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