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Nerly in Venedig

Von Gondeln und Palästen

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Der deutsche Maler Friedrich Nerly ging mit 21 Jahren nach Italien. Nachdem er in Rom und Mailand gelebt hatte, zog es ihn nach Venedig. Was nur als kurzer Stopp auf dem Weg zurück nach Deutschland geplant war, entwickelte sich zu einem lebenslangen Aufenthalt und er wurde der bekannteste lebende Künstler der Stadt. Aus dieser Schaffenszeit stammen auch seine berühmtesten Motive: die Markussäule im Mondschein und der Blick auf den Canal Grande.

„Venedig und immer Venedig, von allen Seiten, groß und klein, zur alten und jetzigen Zeit“, schrieb Friedrich Nerly im Jahr 1845 über seinen künstlerischen Alltag. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits seit sieben Jahren in der Lagunenstadt, nachdem er zuvor in Rom gelebt hatte. Durch die Heirat mit einer Venezianerin aus gutem Hause war er ausgezeichnet vernetzt und sein zentral gelegenes Atelier im Palazzo Pisani etablierte sich als beliebtes Ziel vieler Reisender. Mit pittoresken Ansichten bediente der Künstler die Nachfrage der Touristen, die in immer größerer Zahl eintrafen. Zu seinen erfolgreichsten Motiven gehörten die Piazzetta und die Markussäule bei Mondschein, die er über 30-mal wiederholte.

Für Nerly war Venedig ein unerschöpflicher Motivschatz: Der Teilnachlass des Künstlers, der seit 1953 in der Kunsthalle Bremen aufbewahrt wird, umfasst zahlreiche Zeichnungen, die er in den 41 Jahren vor Ort bis zu seinem Tod 1878 geschaffen hat, darunter brillante Impressionen venezianischer Fenster, gotischer Architektur, schwarzer Gondeln und vor Anker liegender Segelschiffe. Aus dieser Zeit stammen auch seine zwei berühmtesten Motive und gleichzeitig seine Erfolgsbilder: Von beiden Motiven besitzt die Kunsthalle Bremen auch zwei ikonische Gemälde, Die Markussäule in Venedig bei Mondschein (um 1837) und Canal Grande mit Blick auf Santa Maria della Salute (1838/39), die neben 50 Papierarbeiten in der Ausstellung präsentiert werden.

Die Kabinettausstellung „Nerly in Venedig“ findet begleitend statt zu „Natur und Antike. Der Romantiker Friedrich Nerly in Rom“, die Nerlys frühe Schaffensjahre in Rom von 1829 bis 1835 in den Blick nimmt.

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Gemälde des Canal Grande in Venedig mit Palästen auf der linken Seite, Gondeln und Schiffen sowie der Kuppel einer Kirche im Hintergrund

Friedrich Nerly, Canal Grande mit Blick auf Santa Maria della Salute Venedig, 1838/39

Öl auf Leinwand, 67,5 x 86 cm, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen

Zeichnung einer venezianischen Gondel mit Kuppeln einer Kirche im Hintergrund

Friedrich Nerly, Venezianische Gondel vor Santa Maria della Salute, um 1860

Bleistift, Feder in Schwarz und Weißhöhung auf grauem Papier, 26,7 x 51,8 cm, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen

Gemälde einer hohen Säule bei Mondschein, im Hintergrund liegen Schiffe auf dem Wasser am Ufer

Friedrich Nerly, Die Markussäule in Venedig bei Mondschein, 1837/38

Öl auf Leinwand, 61 x 48 cm, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen

Zeichnung einer hohen Säule mit weiteren Gebäuden in blassen Farben

Friedrich Nerly, Blick von der Piazetta auf Sta. Maria della Salute, 1849

Aquarell, Bleistift, Feder in Grau auf Velin, auf bräunlichem Papier aufgeklebt, 20,3 x 13,3 cm, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen

Zeichnung einer Person, die an dem Aufbau einer venezianischen Gondel lehnt

Friedrich Nerly, Stehende Figur in der Gondel

Pinselzeichnung auf Bleistift, weiß gehöht, 33,1 x 24,5 cm, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen

Zeichenstudie eines architektonischen Säulenelements

Friedrich Nerly, Studie zu einem Kapitell

Schwarze Kreide, Feder und Lavierung, 19 x 27,8 cm, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen

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