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Provenienzforschung

Die Provenienzforschung stellt die Frage nach der individuellen Herkunft der Kunstwerke. Sie erforscht die Objektbiografie mit dem vorrangigen Ziel, eine lückenlose Abfolge der Eigentümer zu rekonstruieren. Als Bestandteil der wissenschaftlichen Inventarisierung gehört dieser Forschungszweig traditionsgemäß zum musealen Alltag. So spielt er beispielsweise bei der Bearbeitung von Bestands- und Werkkatalogen eine wichtige Rolle.

Seit einigen Jahren beschäftigt sich die Provenienzforschung verstärkt mit dem Schicksal der Kunstwerke während der Zeit des Nationalsozialismus. Im Dezember 1999 verabschiedeten die Bundesregierung, die Länder und drei kommunale Spitzenverbände die "Gemeinsame Erklärung zur Auffindung und Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts, insbesondere aus jüdischem Besitz". Hierin werden gemäß der so genannten Washingtoner Prinzipien aus dem Vorjahr deutsche Sammlungen und ihre Rechtsträger aufgefordert, die genaue Herkunft ihrer Bestände zu überprüfen, unrechtmäßigen Besitz offenzulegen und gegebenenfalls zu restituieren.

Der Kunstverein in Bremen gehört zu den ersten privatrechtlich organisierten Einrichtungen, die von Anfang an große Bereitschaft zeigten, sich den vorgeschlagenen Verfahrensweisen zur Erzielung gerechter und fairer Lösungen im Umgang mit NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut gleichfalls anzuschließen.

Mehr zum Thema

Forschung

Historische, schon leicht vergilbte Kataloge und aufgeschlagene Seiten

Provenienzforschung Auktionskataloge

Weiterführende Links
Lost Art Datenbank Magdeburg
Deutsches Zentrum Kulturgutverluste
Arbeitskreis Provenienzforschung

Mehr zur Arbeit einer Provenienzforscherin erfahren Sie auch in Interviews auf unserem Blog:
Was bedeutet eigentlich Provenienzforschung? (2014)
Werke mit Vergangenheit (2025)

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