Handzeichnungen HB
Mit dem neuen Forschungsprojekt „Handzeichnungen HB“ werden seit 2024 in der Kunsthalle Bremen rund 1.500 Bremer Handzeichnungen erforscht und publiziert. Damit werden nicht nur das Sammlungsgebiet Bremen und umzu, sondern auch die Werke von bisher in der Forschung wenig berücksichtigten Bremer Künstlerinnen, aufgearbeitet und zugänglich gemacht.
Das Kupferstichkabinett bildet den Ursprung und das Herzstück der Sammlung des 1823 gegründeten Kunstvereins in Bremen. Seither fanden Arbeiten auf Papier kontinuierlich Eingang in die Sammlung. Viele davon stammten von in Bremen geborenen, gestorbenen oder lange dort tätigen Künstler*innen. Dabei endete das Interesse nicht an der Stadtgrenze. Unter anderem mit Blick auf den bedeutenden Kreis Worpsweder Künstler*innen wurden stets auch Werke aus dem Umland erworben.
Neben prominenten Namen wie Paula Modersohn-Becker, Otto Modersohn, Fritz Mackensen, Fritz Overbeck und Heinrich Vogeler birgt der Bestand der Arbeiten auf Papier auch lokale Berühmtheiten wie Arthur Fitger, Johann Heinrich Menken und Ludwig Rullmann. Ein Fokus wird zudem gerichtet auf Bremer Künstlerinnen wie Elisabeth Noltenius, Dora Bromberger und Marie Bock, deren Schaffen weitestgehend unerforscht ist. Die Motive der Zeichnungen von 1600 bis heute reichen vom Portrait über das Interieur bis zu zahlreichen Landschaften, Architekturen und Stadtansichten.
Digitalisierung der Zeichnungen
Transparent wird der Bestand der Bremer Sammlungsgeschichte bislang lediglich durch die Forschung zu 160 Gemälden aus der Zeit von 1800 bis 1950. Nun rücken die Handzeichnungen in den Fokus. Die Erschließung umfasst u.a. die Zuschreibung an eine*n Künstler*in, die Bestimmung von Motiv, künstlerischer Technik und Objektmaßen sowie die Aufnahme von Provenienzmerkmalen. Zum Abschluss des Projekts werden die Ergebnisse im Online-Katalog der Kunsthalle Bremen präsentiert und davon ausgehend in übergeordneten Datenbanken wie dem Graphikportal und der Deutschen Digitalen Bibliothek sowie der Forschung und einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Eine repräsentative Auswahl der Handzeichnungen wird in einer Ausstellung und einem begleitenden Katalog vorgestellt.
Weitere Informationen zum Forschungsprojekt im Online-Katalog
Das Forschungsprojekt wird ermöglicht durch: Petra & Dieter Frese Stiftung, Bareva Stiftung und VGH Stiftung
(Abb. Cornelis Springer, Stephanikirche in Bremen, 1863, Aquarellierte Bleistiftzeichnung, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen)
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