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Der Blinde Fleck

Welthandel, Mäzenatentum und Sammlungsgeschichte in der Kolonialzeit am Beispiel der Kunsthalle Bremen

Kuratorisches Fellowship 2016/2017 und Ausstellung 2017 („Der blinde Fleck. Bremen und die Kunst in der Kolonialzeit“)

Die Hansestadt Bremen war im 19. und frühen 20. Jahrhundert ein blühendes Zentrum des schnell wachsenden internationalen Handels. Dabei profitierte sie sowohl von kolonialer Expansion als auch von der massenhaften Auswanderung nach Übersee. Auch im 1823 gegründeten Kunstverein in Bremen haben diese globalen Verflechtungen Spuren hinterlassen. Zwar waren unter den Kunstwerken, die der Kunsthalle Bremen in dieser Zeit gestiftet wurden, nur wenige Beispiele der außereuropäischen Kunst. Dennoch finden sich auch in der Sammlung der Kunsthalle koloniale Spuren. Diese sind jedoch bisher eher versteckt geblieben.

Julia Binter, wissenschaftliche Mitarbeiterin des von der Kulturstiftung des Bundes geförderten Projektes, untersuchte diese „blinden Flecke” in der Geschichte und Sammlung der Kunsthalle Bremen. Dabei verband sie die globale Handelsgeschichte der Hansestadt mit der Geschichte des Kunstvereins und seiner Mäzene und diskutierte die der Kunst der Moderne eingeschriebenen Klischees von fremden Menschen und Exotik. Bilder des Fremden in der Kunst der Kolonialzeit sollten dabei mit kritischen Positionen außereuropäischer Kunst in Dialog gesetzt werden. Gemeinsam mit dem Afrika-Netzwerk Bremen e.V. sowie weiterer Kooperationspartner wird darüber hinaus die Relevanz dieser Thematik für die Gegenwart diskutiert und Eigen- und Fremdwahrnehmungen im Kontext von Globalisierung und Migration kritisch beleuchtet.

Die Forschungsergebnisse wurden vom 5. August bis 19. November 2017 in der abschließenden Ausstellung „Der blinde Fleck. Bremen und die Kunst in der Kolonialzeit” in der Kunsthalle Bremen präsentiert.

Mehr zum Thema

Forschung

Gemälde mit Äpfeln und Bananen, zum Teil in einem Henkelkorb auf grau-weißer Tischdeke in Falten

Paula Modersohn-Becker, Stillleben mit Äpfeln und Bananen, 1905

Tempera auf Leinwand, 67 x 84 cm, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen

Das Forschungs- und Ausstellungsprojekt wurde gefördert im Programm Fellowship Internationales Museum der:
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