Ikonen   19.10.2019 – 01.03.2020

Ikonen

Mit der Ausstellung "Ikonen" wird erstmals das gesamte Gebäude der Kunsthalle Bremen bespielt. Auf drei Etagen wird in jedem Raum je ein Meisterwerk präsentiert – von der byzantinischen Ikone über Caspar David Friedrich, Wassily Kandinsky, Kasimir Malewitsch, Piet Mondrian, Mark Rothko, Yves Klein bis zu Andy Warhol, Jeff Koons, Isa Genzken und Thomas Struth.

Im Jahr 1915 stellte Kasimir Malewitsch sein berühmtes Schwarzes Quadrat in Sankt Petersburg aus und platzierte es oben in der Ecke des Ausstellungsraumes, wo traditionell die russische Ikone hängt. In seiner radikalen Abstraktion und Präsentation des Werks setzte Malewitsch sich mit den Traditionen der religiösen Andachtskunst auseinander und schuf damit eine 'Ikone der Kunstgeschichte'. Die Bremer Ausstellung "Ikonen" geht der Frage nach, wie die Idee von der Ikone moderne und zeitgenössische Bildkonzepte beeinflusst hat.
Während ursprünglich eine Ikone ein religiöses Andachtsbild bezeichnet, hat sich der Begriff heute weitgehend von den Heiligenbildern gelöst und wird inflationär in unterschiedlichen Zusammenhängen benutzt. So kann alles und jeder eine Ikone sein: Von Schauspielern und Popstars bis hin zu Marken und Produkten. Und doch verbinden sich mit dem Begriff weiterhin die kultische Verehrung und der Verweis auf etwas Übersinnliches.

In der spirituellen Präsenz und der auratischen Kraft der Kunst wirken entscheidende Qualitäten der Ikone nach. Die Ausstellung in der Kunsthalle Bremen bietet nun die Möglichkeit, selbst diese Kraft der Kunstwerke zu erleben und intensive Erfahrungen auf ästhetischer, spiritueller, emotionaler, und intellektueller Ebene zu machen. Erstmals wird dabei das gesamte Gebäude durch eine einzige, große Ausstellung bespielt: Auf drei Etagen ist in jedem Raum je ein auratisches Kunstwerk zu sehen.

Ausgehend von einer byzantinischen Ikone und weiteren Beispielen der Andachtskunst entsteht ein historischer Parcours ausgewählter Meisterwerke aus der Zeit der Romantik, der Moderne und Gegenwart. Der spektakuläre Rundgang durch über 60 Räume der Kunsthalle Bremen eröffnet ein einmaliges, ästhetisch überwältigendes Kunsterlebnis: Das Museum wird zugleich zum Ort der Kontemplation.

 

(Abb. oben: Masolino da Panicale, Madonna mit Kind, 1423 (Detail), Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen | Abb. Ausstellungsübersicht: Yves Klein, Monogold (MG 17), 1960, Louisiana Museum of Modern Art. Long-term loan: Museumsfonden af 7. December 1966, © The Estate of Yves Klein / VG Bild-Kunst, Bonn 2019)