Goya und Manet   Revolutionäre Radierungen   23.10.2021 – 27.02.2022

Goya und Manet. Revolutionäre Radierungen

Francisco José de Goya y Lucientes (1746–1828) war ein brillanter Malerradierer. Er hinterließ vier bedeutende druckgraphische Zyklen, in denen er satirische Gesellschaftskritik übte, die Schrecken des Krieges dokumentierte, den Stierkampf feierte und dämonische Traumbilder schuf. Besondere Meisterschaft entwickelte Goya in der noch jungen Technik der Aquatinta-Radierung, deren malerische Wirkung er virtuos einsetzte.

Zum Teil erst postum in Umlauf gebracht, entfalteten seine Radierungen eine große Wirkung. So ließ sich Edouard Manet (1832–1883) in Bezug auf Themen, Motive und Technik von Goya inspirieren. Beide eint zudem die Bewunderung für Velázquez, nach dessen Gemälden sie jeweils frühe Radierungen schufen. Die Kabinett-Ausstellung zeigt Goyas eindrucksvolle Radierkunst und stellt seine Werke ausgewählten Beispielen von Manet gegenüber. Der Großteil der ausgestellten Blätter gelangte aus dem Vermächtnis des bedeutenden Sammlers und ehemaligen Vorsitzers des Kunstvereins in Bremen H. H. Meier jr. (1845–1905) in die Sammlung.

 

(Abb. oben: Francisco de Goya, Das Pferd als Frauenräuber, Blatt Nr. 10 aus dem Zyklus Los Proverbios, ca. 1815–1824 (Detail), Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen, Kupferstichkabinett)